Auch dieses Jahr lud die Deutsche Luftsportjugend des DAeC wieder zu der Informationsveranstaltung „FLY & JOB “ ein. Die Eckdaten klangen vielversprechend: 500 gemeldete Gleichgesinnte, ein Frauenanteil von angeblich 40%, Preise für die billigste Anreise und natürlich Infos aus erster Hand über alles aus der Luftfahrtbranche. Grund genug, für acht Piloten zwischen 14 und 21 Jahren aus Anklam, sich auf den Weg zu machen.
Freitag, 25.01.02
Um 7 Uhr hieß es dann in
Greifswald
für Matthias Jahn, Alexander Lanz, Wilm Grunwaldt und Paul Kirchner
die
lange Reise (10 Stunden Zugfahrt) anzutreten. Besonderer
Dank gilt Herrn Schülke, der
uns allen acht die komplette Hin- & Rückreise (ab Berlin mit
ICE!)
sponserte.In
Anklam stiegen Johannes Schülke,
Jan Reichert und Tobias Papke zu und als Letzten sammelten wir Alexaner
Jahn in Leipzig ein. In München
angekommen,
begaben wir uns zur Universität der Bundeswehr, die für die
nächsten beiden Nächte unsere
Bleibe werden sollte. Nach dem Einchecken und ein paar Instruktionen
über
das uns bevorstehende Programm, gab es
abends in gemütlichem Ambiente noch diverse Stärkungen und
natürlich das, für uns
Segelflieger,obligatorische
Feierabendbier. Von den 500 erwarteten Kameraden kamen
dann im Laufe des Abends zwar nur etwa
200 an, und auch mit den Frauen sah es nicht so rosig aus, aber der
Preis für die billigste Anreise
schien
uns - angesichts der 1700 Km Hin- und Rücktour für Nichts -
sicher.
Aus
dem Nordosten der Republik waren wir
diesmal
die einzigen Vertreter. Hatten wir in Hamburg noch Unterstützung
der Warener Jugendgruppe, so waren wir
diesmal auf uns allein gestellt. Lediglich ein paar Leute aus
Sachsen-Anhalt
und wirklich versierte Flieger aus den alten Bundesländern konnte
man folglich nicht mit „Bocian “, „Puchaz“ und „Pirat “ ein
„Hää...“
oder „Was soll das denn sein?“ entlocken. Nach noch einer Runde
Fachsimpeln,
dem ein oder anderem Getränk und einem Take-Off im Flugsimulator
der
Bundeswehr, war dann für die meisten so gegen Mitternacht
Zapfenstreich.
Der nächste Tag sollte es nämlich in sich haben .....
Samstag, 26.01.02
Gegen 6 Uhr klingelte, nach einer mehr
oder weniger geruhsamen Nacht, der Wecker. Die Turnhalle, in der wir
untergebracht
waren, war dank Isomatte ausreichend bequem, nur gab es ein Problem:
ein
Waschbecken
für über 150 Kerle war ein bisschen knapp bemessen, zumal es
um 7 Uhr Frühstück geben sollte. So kam man sich eben ein
wenig
näher und nach dem Essen in der Mensa sah die Welt schon wieder
ganz
anders aus. Im Audimax der Uni erhielten dann alle ihr Programm
und
wurden auf die jeweiligen Gruppen aufgeteilt. Es handelte sich dabei um
eine Auswahl folgender Ziele: Lufthansa Technik /
Polizeihubschrauberstaffel
Bayern, Flughafen München, MTU (Triebwerkshersteller), Technische
Universität München, WTD 61 der Bundeswehr, Universität
der Bundeswehr. Für Paul und Matthias stand zuerst die
Polizeihubschrauberstaffel
auf dem Programm. Diese befindet sich in einem der unzähligen
Hangars
des Franz-Josef-Strauß-Flughafens im Norden Münchens, sodass
uns ein knapp einstündiger Bustransfer nicht erspart blieb.
Moderne Hubschrauber (EC 135;
Stückpreis:
> 2 Mio. €) und ein ungewöhnliches, aber
hochinteressantes
Aufgabenspektrum dieser Polizisten galt es, zu erforschen.
Natürlich
waren Fragen erwünscht und so konnte
man einen guten Einblick in den Alltag dieser Beamten bekommen.
Anschließend
hieß uns die Lufthansa Technik GmbH willkommen. Auch diese
befindet
sich auf dem Gelände des Airports. Neben ein paar Worten
zu dem Schaffen und dem Zweck dieser
Einrichtung,
galt einem Airbus A 340-300 unserem besonderen Augenmerk. Dieser stand
zu Wartungsarbeiten in einer riesigen Werfthalle und war zur
Besichtigung
freigegeben. Es ist immer wieder erstaunlich, welch große
Dimensionen
ein solcher Langstrecken-Jet annimmt
und
auf welch begrenztem Raum er mit vielen hundert Knöpfen und
diversen
Displays im Cockpit gesteuert wird. Zu guter letzt besichtigten wir per
Bus das innere Flughafengelände. Hier bekam man die neuen
Sicherheitsvorkehrungen
in Folge des 11. Septembers zu spüren. Während in Hamburg
eine
Besichtigungstour keinen großen Aufwand bedeutete, musste man
sich
hier Abtasten lassen und einer Gepäckkontrolle unterziehen. Neben
Taschenmessern wurden u.a. auch Scheren und dergleichen eingesammelt.
Wir
nahmen es gelassen und erfreuten uns an der kleinen Tour. Neben
Vorfeld,
Tanklager, Gepäckabfertigung u.a.m. bekam man das Terminal 1 und
das
im Neubau befindliche Terminal 2 zu Gesicht. Nun hieß es wieder
Busfahren.
Die Technische Universität München in Garching öffnete
ihre
Tore für uns. Nach Vorträgen zum Thema Luft- und
Raumfahrttechnik
war vor allem das Versuchslabor und die Werkstatt des akademischen
Fliegervereins
(kurz Akaflieg) sehr aufschlussreich. München ist, abgesehen von
den
hohen Lebenshaltungskosten, für jeden Abiturienten mit Ambitionen
zum Studieren eine Überlegung wert. Nachfolgend fuhren wir wieder
zurück zum Campus der BW-Uni, um uns für die bevorstehende
Party
in Schale zu schmeißen. Zu guter Musik und in Abendgarderobe
amüsierten
wir uns bis spät in die Nacht. Leider gingen die Mixgetränke
schon gegen 12 aus. Kurz nach 3 Uhr gönnten wir uns dann noch
ein
kleines Nickerchen .....
Sonntag, 27.02.02
..... bevor wir halb sieben uns auf den Weg zum Bahnhof begaben. Leider verpassten wir so das Abschlussfrühstück in der Außenstelle des Deutschen Museums (Oberschleißheim), aber die 10-stündige Rückreise stand dem im Weg.
Resultat
Die weite Reise hat sich gelohnt. Zwar
erhielten wir nicht den sicher geglaubten Preis, aber Informationen aus
erster Hand und viele eindrucksvolle Erlebnisse. Für jeden
interessierten
Flieger und Luftfahrtbegeisterten eine reizvolle Erfahrung.
Bericht von Paul Kirchner und Matthias Jahn